Taschenbuch, 216 Seiten € 9,95

Robert, ein junger Viehzüchter, lebt seit auf einer Fram in Amerika. Seit einem Unfall vor zwei Jahren kann er sich an nichts mehr erinnern. Seine geliebte Frau ist das einzige Verbindungsstück zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Roberts Leben verläuft ruhig, er ist glücklich, bis eines Tages ein Erinnerungsblitz durch sein Gedächtnis fährt und er sich aufmacht, seine Vergangenheit zu erforschen.
Seinbe Suche führt ihn zunächst ins badische Iffezheim, wo er bald bemerkt, dass er sich mit Vollblütern bester auskennt, als mit dem Vieh auf siener Farm.
NAch und nach löste er die Rätsel seiner noch im Verborgenen liegenden Vergangenheit und landet schließlich in Freiburg, der schönen Stadt am Rande des Schwarzwaldes, die einmal seine Heimatstadt war. Mit Hilfe von bekannten Orten, Sehenswürdigkeiten und alten Bekannten, die er nach und nach aufsucht, gelingt es ihm, Puzzelteilchen um Puzzelteilchen zusammen zu fügen. Dabei bemerkt er sofort, dass er sich in eine gefährliche Position manövriert und dass es für einige Persönen besser gewesen wäre, wenn Roberts Gedächtnis weiterhin auf Eis gelegen hätte.
Schmerzlich muss er schließlich festestellen, dass die letzten beiden Jahre seines Lebens auf einer einzigen Lüge basierten, nur um ihn daran zu hindern, das Wissen, was er unbewusst in sich trägt, weiter zu geben.
Aber Robert gibt nicht auf. Unermüdlich nimmt er den Kampf gegen seine Widersacher und dem Verbrechen auf, und kämpft dabei um seine Vergangenheit, sein Leben und um die Gerechtigkeit.
Am 15. Juni. 2000 begann ich bereits dieses Buch zu schreiben. Eine konkrete Vorstellung zum Inhalt, hatte ich damals noch nicht.. Es sollte nur ein Kriminalroman im Milieu des Pferderennsports sein.
Ich begann also zu schreiben und wie ich so schrieb, entwickelten sich die Ideen . Nach und nach kam Neues dazu und aus dem ersten Satz wurde ein Buch, dessen Inhalt dann auch zusammen passte.
Da ich eigentlich sehr gerne schreibe, war das Buch relativ schnell handschriftlich fertig gestellt.
Während dieser Schreibzeit, musste ich aus Zeitgründen nur einmal eine längere Pause machen, den Rest schrieb ich dann immer mal wieder, wenn ich gerade Zeit hatte.
Aber wie schon gesagt, war das nicht das Problem.
Leider tippe ich nur sehr schlecht und ganz langsam. Schwierigkeiten hatte ich daher, beim Abtippen der 209 Seiten. Deshalb hat es sehr lange gedauert, bis das Buch endlich lesefertig war.
Danach lag das Buch erst einmal sieben Jahre in der Schublade und nur wenige Freunde und Bekannte haben es gelesen, bis endlich die spontane Idee, durch Frau Pauls, vom Lumen – Verlag entstand, es doch zu veröffentlichen.
Aber: „Gut Ding will Weile haben“, heißt doch ein berühmter Spruch.
Leseprobe
Am nächsten Morgen erwachte ich wie gerädert. Die Aufregungen der letzten 24 Stunden hatten ihre Spuren hinterlassen. Kira und ich saßen uns am Frühstückstisch wortlos gegenüber, als das Telefon klingelte. Sie ging und kam nach kurzer Zeit wieder.
„Es hat sich niemand gemeldet, wahrscheinlich falsch verbunden.“ Einige Minuten später klingelte das Telefon abermals. Auch diesmal nahm Kira ab, aber am anderen Ende meldete sich niemand.
Beim dritten Anruf, der kurz darauf folgte, ging ich an den Apparat. Am anderen Ende war zunächst nur ein aufgeregtes Atmen zu vernehmen. Als ich meinen Namen jedoch erneut nannte, begann der Anrufer zu sprechen. Das Erste, was er mit vor Aufregung zitternder Stimme sagte, war:
„Tun Sie so, als ob niemand am anderen Ende wäre und sagen Sie kein Wort.“
Es stellte sich sofort heraus, dass der Fremde am Apparat mein nächtlicher Besucher war. Er teilte mir in kurzen, abgehackten Sätzen mit, dass er mich unbedingt sprechen müsse, da er möglicherweise Informationen über meine Vergangenheit hatte.
„Ich arbeitete im Zeitungsarchiv und habe Sie auf einem Foto erkannt. Das Foto zeigt Sie mit Gipsarm neben einem Siegerpferd auf der Rennbahn in Iffezheim/ Deutschland.“ Er wollte mir dieses Foto geben, doch seit er mit Kira gesprochen hatte, würde er verfolgt. Diese Aussage schockierte mich und nachdem ich einen Treffpunkt mit dem Fremden vereinbart hatte, ging ich mit gemischten Gefühlen und einem Hauch von Misstrauen zurück ins Esszimmer zu Kira. Ihren fragenden Blick beantwortete ich mit ihren vorhergegangenen Worten. Damit gab sie sich zufrieden.
In nur zwei Tagen hatte ich gelernt mich meiner Frau gegenüber zu verstellen. Unvorstellbar, wenn man bedachte, dass ich sie liebte. Diese gegensätzliche Tatsache schmerzte und rief bei mir ein schlechtes Gewissen hervor. Wohin war unsere Beziehung nur geraten?
 
Die Turmuhr der alten Kirche schlug fünf Mal. Leise kroch ich aus dem Bett, klemmte meine Kleider unter den Arm und verließ das Schlafzimmer. Vor der Türe zog ich mich schnell an und ging dann lautlos die Treppe hinunter. Kira durfte nichts merken und so hatte ich den Wagen gestern schon hinter dem Haus abgestellt. Mit zitternden Fingern drehte ich den Zündschlüssel um und startete.
Als ich nach kurzer Fahrt in dem kleinen Waldstück am Rande des Dorfes ankam, blickte ich mich instinktiv um, um mich zu vergewissern, dass mich niemand verfolgt hatte.
Ich parkte meinen Jeep auf einer Einbuchtung des Weges, auf welchem ich mich mit meinem Anrufer verabredet hatte und wartete.
Es war stockdunkel und totenstill, ein unheimlicher Ort, an dem ich niemals freiwillig zu dieser Tageszeit gekommen wäre. Aus Angst verschloss ich alle Türen und blieb, gehetzt von Gedanken und Erwartungen, angespannt im Wagen sitzen.
Ich wartete und wartete doch nichts regte sich. Kein Lebewesen kreuzte meinen Weg, kein Fahrzeug kam den Weg heraufgefahren. Ich begann langsam ungeduldig zu werden, denn die ersten Sonnenstrahlen begannen sich allmählich bemerkbar zu machen und noch immer war nichts von meiner Verabredung zu sehen. Ich schaute abermals nervös auf die Uhr und als ich es nicht mehr aushielt, stieg ich aus und lief ein wenig vor dem Auto hin und her. Allmählich wurden meine Kreise größer und ich fixierte in immer kürzeren Abständen die Uhr.
Unvorstellbar, es waren bereits 90 Minuten vergangen. Ich musste mich damit abfinden, dass man mich versetzt hatte. Enttäuscht stieg ich wieder ein und fuhr den Waldweg hinunter nach Hause.
Fünf Tage geschah nichts, ich verrichtete meine Arbeit wie gewohnt und wurde ständig von Gedanken über meine Vergangenheit begleitet. Dann musste ich wieder in die Stadt, um Wurmkuren für die Rinder zu kaufen. Mein Weg führte mich an diversen kleinen Geschäften vorbei. Der kleine Krämerladen lockte mit netten Geschenkartikeln, Büchern und Zeitschriften und hieß mich einzutreten. Ich schaute mich hier und da um und stieß plötzlich auf einen Zeitungsstand. Im gleichen Moment in dem ich wieder an meinen seltsamen Fremden dachte, sprang mir eine überaus interessante Zeitungsschlagzeile ins Auge: „Erhängter im Wald gefunden“. Mit zitternden Händen und einem starken Adrenalinstoß, nahm ich das Papier aus dem Halter, bezahlte und verließ fluchtartig den kleinen Laden.
Draußen angekommen rang ich nach Luft und bewegte mich schwankend auf den Park zu, wo ich mich erschöpft und aufgelöst auf eine Bank sinken ließ.
Ich faltete die Zeitung auf. Die Buchstaben verschwammen vor meinen Augen und ich bemerkte, dass ich zu schwitzen begann, als ich das Bild des Tatortes wieder erkannte. Dieser Platz war nur unschwer als der Ort zu identifizieren, an den mich mein nächtlicher Besucher und Informant bestellt hatte. Im Bericht stand, dass er ein Archivarbeiter des Daily Papers war und nichts als seine Papiere dabei hatte. Man vermutete, dass er mit Drogendealern zu tun hatte, damit jedoch nicht fertig wurde und sich deshalb im Wald erhängt hatte. Die Vermutungen der Polizei stützten sich auf einen Abschiedsbrief, den man in der Wohnung des Toten, noch in seiner Schreibmaschine befindlich, aufgefunden hatte. Neben dem Artikel war ein Foto der Leiche abgebildet und ich erkannte sofort, dass er der Mann war, der versucht hatte, mich zu Hause so dringend zu erreichen.
Vollkommen aufgelöst ließ ich die Zeitung aus der Hand gleiten. Es dauerte einige Minuten, bis ich mich wieder etwas gefangen hatte. Ich fühlte mich schlecht, denn der Ermordete hatte mit seiner Vermutung Recht gehabt. Er wurde verfolgt. Die Informationen, die er mir geben wollte waren demnach so wichtig gewesen, dass sie einen Mord wert zu sein schienen.
Ich hatte Angst, zum ersten Mal in meinem kurzen Leben hatte ich richtige Angst. Angst davor, aus den gleichen Gründen wie er, die ich noch nicht einmal kannte, ermordet zu werden.
Datenschutzerklärung
Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!