Meine unsichtbaren Freunde - ein Kinder- und Jugendbuch von Petra Hagenau
Taschenbuch, 120 Seiten, 8,95
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Mein Name ist Moritz. Ich bin sieben Jahre alt. Ich möchte euch heute von meinen Freunden erzählen. Freunde, die nur ich wirklich kenne. Wieso ich das meine? Weil nur ich sie wirklich sehen kann. Weil sie nur mit mir sprechen. Hast du auch so einen Freund?
 
Ich weiß noch, wie Mama gelacht hat, als ich von meinem Freund erzählte. Wenn sie mich mit ihm sprechen und lachen hörte, wurde sie ganz nervös und bekam einen besorgten Gesichtsausdruck. Bald redete sie auf mich ein: ”Lass das doch sein. Mit wem redest du schon wieder? Es ist doch niemand da! Solche Freunde gibt es doch gar nicht!”
“Es gibt ihn wohl!", potestierte ich laut, “und er heißt Gerro. Ich kann ganz toll mit ihm spielen!”
Es half nichts! Mama fing an, sie nannte es, ernsthafte Gespräche mit mir führen. Seufz! Sie wollte es einfach nicht glauben und schon gar nicht verstehen.
Es dauerte nicht lange und Papa schaltete sich ein. Es war mir sofort klar, dass Mama ihn aufgefordert hatte mit mir zu reden, weil sie sich so sorgte.
“Mama sagt, du hast einen neuen Freund, den allerdings nur du siehst und hörst? Hast du Lust mir von ihm zu erzählen? Was er so macht. Wie er heißt.”
“Ich weiß nicht“, antwortete ich ein bisschen misstrauisch,  "ich habe keine Lust auf Ärger.”
“Was für Ärger? Es gibt keinen Ärger. Versprochen! Mein Ehrenwort drauf.”
Ich erzählte dann doch von Gerro. Allerdings sehr vorsichtig. Papa hörte mir wirklich zu und ich wurde etwas mutiger und berichtete ihm von unseren Späßen. Er lauschte aufmerksam, musste aber immer wieder über meine Geschichten lachen. Seitdem erkundigte er sich hin und wieder nach Gerro und was denn so abginge bei uns. Er lächelte mich dabei mit verschwörerischem Blick an und zwinkerte mir vertrauensvoll zu. Doch eines Tages hörte ich gerade noch wie er zu Mama sagte:
“Jetzt lass dem Kind doch seine Fantasie. Das Kasperle wird schon wieder verschwinden!”
“Kasperle" nannte Papa ihn. Gerro war doch kein Kasperle! Ich war ein wenig traurig darüber und enttäuscht.
Ich habe meine Eltern sehr lieb und sie mich. Das weiß ich genau! Mein kleines Geschwisterchen, dass erst fünf Monate alt ist, hätte mich sicher besser verstanden. Aber es ist noch zu klein und kann noch nicht richtig mitspielen. Mama ist oft sehr beschäftigt und hat viel zu tun. Meine Eltern sind immer für mich da und kümmern sich liebevoll um mich. Es gibt eben Dinge, stellte ich fest, mit denen sie nicht wirklich umgehen können. Dazu gehört Gerro.
Hier findet ein Zeitenwechsel statt. Habe ihn blau markiert. Es ist kein Dialog!
So kam es, dass mein Freund und ich ein Abkommen trafen. Wir erschufen unsere eigene Spielwelt und Gerro blieb einfach unsichtbar.
Vermute ich richtig, dass ihr wissen wollr, wie Gerro aussieht?
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